LiberalHome
Ab sofort ist fdp-watch auch unter liberalhome.de zu erreichen: die Domain hatte ich nach dem Gummersbacher Woodstock registriert, wo der britische Blogger Ian Dale über das Projekt ConservativeHome berichtete. Die professionell aufgezogene Seite bietet den Anhängern der Konservativen die Möglichkeit, sich unabhängig von Parteigremien zu vernetzen und auszutauschen und die Politik der Tories kritisch zu begleiten. „Diese Entwicklungen zeigen, welche Macht und Einfluss einige Blogs auf Politik im Allgemeinen und die Konservative Partei im Besonderen haben“, äusserte Dale. Und das ist nicht übertrieben – ConservativeHome übt inzwischen realen Einfluss auf die Politik der britischen Tories aus. LiberalHome soll Anspielung und könnte Ansporn in diese Richtung sein – unter völlig anderen Bedingungen allerdings:
So ist offensichtlich, dass die „liberale Basis“ (sprich: zum grössten Teil FDP-Mandatsträger und solche die es werden wollen) von ihrer Parteiführung durchaus adäquat repräsentiert wird. Klientelismus und sozialdemokratisches Umverteilungsdenken, nur eben mit differierenden Zielgruppen, gehen nicht (nur) von der Parteiführung aus, sondern werden von dieser Basis, nicht zuletzt bei den Jungen Liberalen, aktiv mitgetragen. Dasselbe gilt für die unreflektierte Übernahme linksextremer Parolen im „Kampf gegen Rechts“, die Distanz zum transatlantischen Bündnis oder eine „vermittelnde“ Position zwischen der Solidarität mit Israel und denen die dieses Land nicht so gerne existieren sehen.
FDP-Watch wird daher ein konsequent liberales Minderheitenprogramm bleiben (müssen), imho, das aber weder in eine eher radikale Richtung im Stil der Libertären Plattform kippt, noch den Werbeblogs verschiedener FDP-Funktionäre lediglich ein weiteres, ebenso belangloses, hinzufügt.
Es würde ja schon reichen, Guido Westerwelles Sonntagsreden vom „ganzheitlichen Liberalismus“ zu nehmen und in Relation zum täglichen Antiliberalismus seines Umfeldes, sei es der eiernden Miriam, dem kulturförderungsbeflissenen Otto oder NRW-Überwachungsminister Ingo, zu setzen.
Und wenn dabei nicht vergessen wird, die liberalen Leser – denn an diese sollte sich die Seite wenden – da abzuholen wo sie stehen (also definitiv nicht bei der anarchokapitalistischen Elite oder den neokonservativen Haudegen)… na, dann könnte durchaus was werden, aus dem Liberal Home…
Schaumermol.

Viel Erfolg mit dem neuen Projekt wünschen die Kollegen von „Nebenan“.
))
Als wir erste Hinweise auf „FDP Watch“ gesehen haben, befürchteten wir schon, ein BLOG mit linkem Gebrabbel über die bösen „Neoliberalen“ vorzufinden. Umso mehr freut es uns, dass ihr der FDP aus fundamental liberalem Blickwinkel auf die Finger schaut.
SPD Watch
9. August 2008 um 15:13